Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie (Friedrichstadt)

Gutartige Erkrankungen

Refluxkrankheit (Sodbrennen)

Mehr als 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in westlichen Gesellschaften leiden zumindest zeitweise unter Sodbrennen, einem der Kardinalsymptome der gastroösophagealen Refluxerkrankung (GERD = GastroEsophageal Reflux Disease). Die Ursache der Refluxkrankheit ist ein schwacher oder bewegungsgestörter unterer "Schließmuskel" der Speiseröhre. Dadurch kommt es zum Zurücklaufen von Magensäure oder Galle in die Speiseröhre, wodurch Schmerzen entstehen können. Weitere Ursachen können sein: , Hiatushernie, Alkohol- und Nikotinabusus, Gravidität, Magenausgansstenose. Dauert die Refluxkrankeit lange an, können Gesundheitsprobleme wie Speiseröhrenentzündungen, Engstellungen der Speiseröhre oder sogar Speiseröhrenkrebs auftreten. Die Schleimhaut der Speiseröhre kann sich verändern (Barrett-Schleimhaut) und in dieser können Krebsvorstufen entstehen.

Die Behandlung dieser Erkrankungen bedarf einer sorgfältigen Anamnese, einer umfassenden Diagnostik mit Magenspieglung, pH-Metrie und hochauflösender Manometrie sowie einer patientenorientierten Therapie.

Bei der operativen Behandlung der Refluxerkrankung führen wir die Fundoplicatio (Magenmanschettenbildung als Antirefluxplastik) in "Schlüssellochtechnik" durch.

Eine neue Methode, die sachsenweit nur an wenigen Kliniken durchgeführt wird, ist das LINX®-System. Das kleine, flexible Band aus nur vier Millimeter dicken, verketteten Titankügelchen mit Magnetkern wird mittels einer (Bauchspiegelung), einer minimal-invasiven OP-Methode, um die Speiseröhre gelegt.  Die später beim Schlucken ausgeübte Kraft trennt die Kugeln kurzzeitig, damit Speisen und Getränke in den Magen gelangen können. Gleich danach ziehen sie sich wieder zusammen und verhindern so das Zurücklaufen von saurem Magensaft. Großer Vorteil der Methode ist, daß die Anatomie des Magens nicht verändert wird.


Hiatushernien (Zwerchfellbruch)

In der Regel tritt der Ösophagus zwischen den Zwechfellschenkeln in den Bauchraum ein

Eine ist ein krankhafter Spalt bzw. eine Lücke im Zwerchfell, wodurch Baucheingeweide in den Brustraum eintreten.

Patienten mit Zwerchfellbrüchen können über Sodbrennen und Luftaufstoßen klagen, teilweise bestehen Schmerzen im Oberbauch oder hinter dem Brustbein. Bei komplizierten Hernien kann es bis zum Auftreten von Geschwüren, Blutungen oder Einklemmungen kommen.

In Abhängigkeit von der Art und Größe des Zwerchfellbruches muss über eine notwendige operative Behandlung entschieden werden. Dies gelingt in den meisten Fällen mit der Schlüssellochmethode. Der Zwerchfellbruch wird verkleinert, in einigen Fällen muss zur Verstärkung des Zwerchfells ein Kunststoffnetz eingebracht werden. In Abhängigkeit von den Beschwerden wird eine Fundoplicatio (Magenmanschettenbildung als Antirefluxplastik) durchgeführt.

Divertikel (Wandausstülpung der Speiseröhre)

Besonders bei älteren Patienten kommt es manchmal zu Wandausstülpungen im Bereich der oberen Speiseröhre (Zenker-Divertikel). Patienten bemerken Schluckstörungen oder Aufstoßen mit Hochwürgen von unverdauter Nahrung sowie einen Foetor ex ore (Mundgeruch). Bei Divertikeln im unteren Speiseröhrenbereich können auch Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten. Häufig treten diese Symptome auch nachts im Liegen auf.

Ein Divertikel ist eine Ausbuchtung der gesamten Ösophaguswand oder ihrer Anteile. Divertikel können in allen Bereichen der Speiseröhre entstehen. 70% am Hals als Zenker-Divertikel, 20% im mittleren Bereich der Spreiseröhre (parabronchiales Divertikel) 10% oberhalb des Zwerchfells als epiphrenisches Divertikel

Unbehandelt kann es zur Größenzunahme des Divertikels mit Kompression von Nachbarstrukturen kommen.

Bei der operativen Behandlung werden die Divertikel entfernt. Dies kann in Abhängigkeit vom Befund oder durch einen Schnitt am Hals beim Zenker-Divertikel oder durch eine Operation im Brustkorb bei den Divertikeln im unteren Speiseröhrenbereich erfolgen.

Die ist eine Motilitätsstörung, die durch das Fehlen peristaltischer Kontraktionen in der Speiseröhre und einer fehlenden Relaxation im Bereich des unteren Ösophagussphinkters charakterisiert ist.

Symptome: Schluckstörung, retrosternale Schmerzen, Brennen, Druckgefühl, Würgreiz

Chirurgische Behandlung: Bei Versagen der konservativen medikamentösen Behandlung bzw. der (Dehnung) wird die Indikation zur chirurgischen Therapie gestellt. Das chirurgische Standardverfahren zur langfristigen Therapie der ist die Durchtrennung des unteren Spreiseröhrenschließmuskels (Kardiomyotomie, Hellersche Operation). Die Behandlung wird laparoskopisch ('Schlüsselloch'-Chirurgie) durchgeführt.