Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie (Friedrichstadt)

Titanband gegen Sodbrennen

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Beißend-saures Aufstoßen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Brustschmerzen: Viele Menschen haben gelegentlich Sodbrennen, für einige wird es jedoch zum dauerhaften Problem, zur sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit. Ein neues OP-Verfahren am Städtischen Klinikum Dresden verspricht chronischen Reflux-Patienten schnelle Hilfe. Die Methode wird sachsenweit nur an zwei Kliniken angewandt.

Bei gesunden Menschen verhindert ein Schließmuskel am Mageneingang den Rückfluss von aggressiver Magensäure in die sensible Speiseröhre. Ist der Muskel geschwächt, funktioniert das nicht. Betroffene leiden dann unter wiederkehrendem Sodbrennen. Unbehandelt schädigt dies die Schleimhaut der Speiseröhre. Es kann zu Entzündungen und Geschwüren, in seltenen Fällen sogar zur Entstehung von Krebs kommen. Ein magnetisches Titanband ist Teil eines der neuesten chirurgischen Verfahren am Städtischen Klinikum Dresden. Das sogenannte LINX®-System wird minimal invasiv eingesetzt. Es schmiegt sich am Eingang zum Magen um die Speiseröhre.

Es ist so flexibel, dass es die Speiseröhre gegen aufsteigende Säure verschließt, sich aber für Speisen und Getränke, auch bei Erbrechen öffnet. „Sechs Wochen nach der OP können Betroffene wieder normal essen und auf Medikamente verzichten“, erklärt Dr. Michael Hohaus, leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Als klassisches Verfahren gilt bisher, den oberen Teil des Magens als Manschette um das untere Ende der Speiseröhre zu nähen. „Diese Verengung ist jedoch nicht so flexibel wie das Magnetband aus Titan, das auf jede Schluckbewegung reagiert und es verändert die Anatomie“, erläutert der Allgemeinchirurg. Das moderne Material des Rings stört zudem nicht bei Untersuchungen im Magnetresonanztomograph (). „Die neue Methode bietet uns die Möglichkeit, Reflux und Sodbrennen bereits im Frühstadium zu stoppen. In 95 Prozent der Fälle kann dem Reflux so Einhalt geboten werden und eine langjährige bzw. lebenslange Einnahme von Medikamenten vermieden werden“, unterstreicht Dr. Hohaus.

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Text: Viviane Piffczyk