Strahlentherapie (Friedrichstadt)

Brachytherapie/Seeds

Unter versteht man die Bestrahlung mittels umschlossener Strahlenquellen, welche in den Körper des Patienten nahe zum Tumor oder in den Tumor selbst eingebracht werden. Aufgrund der Nähe der Strahlenquelle zum Tumor erhält dieser eine sehr hohe Dosis, die sich mit zunehmendem Abstand rapide verringert. Weiter entfernte Organe sind damit optimal geschont.

Man unterscheidet zwei prinzipielle Verfahren

  1. Die Strahlenquelle wird zeitlich begrenzt über Applikatoren eingebracht und nach durchgeführter Bestrahlung wieder aus dem Patienten entfernt. Diese auch als "Afterloading" bezeichnete Methode findet vor allem bei gynäkologischen Tumoren Anwendung. Darüber hinaus wird sie in unserer Abteilung auch bei der Behandlung von Karzinomen der Speiseröhre und der Luftröhre eingesetzt.

  2. Bei dem zweiten Verfahren - auch als Seed-Therapie bezeichnet - werden die Strahlenquellen dauerhaft in das kranke Organ implantiert. Zum Einsatz kommen Quellen, speziell Jod-125, deren abgegebene (emittierte) Strahlung eine sehr geringe Reichweite besitzt, also die Umgebung des Organs nur wenig belastet. Außerdem sorgen physikalische Zerfallsprozesse für ein natürliches Abklingen der Strahlenintensität, so dass nach einer entsprechenden Zeit nur noch sehr wenig Strahlung freigesetzt wird. Insgesamt wird Anzahl, Verteilung und Intensität der Strahlenquellen so bemessen, dass eine Zerstörung der Tumorzellen bei optimaler Schonung des umliegenden, gesunden Gewebes erreicht wird.

In Zusammenarbeit mit der Urologischen Klinik und dem Institut für ambulante Prostatatherapie Berlin (Dr. Kahmann, Dr. Henkel) wird die Seed-Therapie in unserer Abteilung bei der Behandlung des Prostatakarzinoms eingesetzt.

Bild: Röntgenbild der mit implantierten radioaktiven Seeds (Silberstäbchen mit aufgebrachtem Jod-125)

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