Allgemein- und Viszeralchirurgie (Friedrichstadt)

HIPEC

Pressemeldung April 2010

Am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt führte ein Chirurgenteam die erste Bauch-Operation mit zeitgleicher Chemotherapie durch. Das spezielle Verfahren bringt verbesserte Heilungschancen bei Darmkrebs mit zusätzlichem Befall des Bauchfells:

Neue Hoffnung bei Darmkrebs mit Bauchfellbefall

Das kombinierte Verfahren aus Operation und Chemotherapie - genannt HIPEC-Therapie - wurde jetzt erstmals in Dresden angewendet. Nur wenige Kliniken in Deutschland bieten diese Behandlung bislang an.

Dresden. Zwölf Stunden dauerte die Operation im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, bei der einem 60-jährigen Patienten fast der gesamte Magen, der Dickdarm, die Milz und große Teile des Bauchfells entfernt wurden. Anschließend wurde die Bauchhöhle mit einer auf 43 Grad Celsius erhitzten Chemotherapie-Lösung über eine Stunde lang intensiv gespült. Das alles geschah während eines einzigen Eingriffs. "Der Wirkstoff tötet die mikroskopisch kleinen und für den Chirurgen nicht mehr sichtbaren Tumoranteile im Bauchfell", so Prof. Dr. Helmut Witzigmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie in Dresden-Friedrichstadt. Denn die Diagnose des 60-jährigen Patienten hatte gelautet: Dickdarmkrebs mit Bauchfellbefall. Helmut Witzigmann: "Bislang war diese Erkrankung nicht heilbar. Mit dem neuen Verfahren gibt es für die Betroffenen nun eine Heilungschance."

Für den Eingriff holten sich Witzigmann und sein Team Verstärkung von einem Hamburger Medizinprofessor, der Erfahrung mit dem speziellen Verfahren hat. Dieses heißt in der Fachsprache HIPEC-Therapie (Hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion). Dabei kommt ein kompliziertes Pumpensystem außerhalb des Körpers zum Einsatz, durch das die Chemotherapie-Lösung optimal in der Bauchhöhle verteilt wird.

Bevor die Operation zum ersten Mal in Dresden-Friedrichstadt zum Einsatz kommen konnte, war eine umfangreiche Vorbereitung notwendig. Operations- und Pflegepersonal, Techniker, Chirurgen, Anästhesisten sowie Onkologen arbeiteten dabei von Anfang an eng zusammen. "Die Technik sowie die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir erfolgreich an unserer Klinik etabliert und bieten die Behandlung jetzt weiteren Betroffenen an", so Chirurg Dr. Wolfgang Albert. Dazu könnten zukünftig nicht nur Menschen gehören, die an Darmkrebs erkrankt sind, sondern auch Patienten mit Magen- und Eierstockkrebs bei gleichzeitigem Bauchfellbefall. Darum wollen die Friedrichstädter Chirurgen das Verfahren nun bei Ärzten und Patienten bekannter machen.

Und wie geht es inzwischen dem Patienten? Dazu Prof. Witzigmann: "Er hat die Operation sehr gut überstanden und konnte bereits mit der Rehabilitationsbehandlung beginnen."