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Pflegedirektorin Petra Vitzthum zu Aufgaben und Perspektiven des Pflegeberufs

Petra Vitzthum

Die Pflegenden tragen heutzutage viel mehr Verantwortung für die Patienten als früher und treffen weitreichende Entscheidungen für den Genesungsprozess. Meist kommt ein Patient wegen eines Arztes, in Erinnerung behält er aber, wie er gepflegt wurde.

Der Pflegeberuf ist anspruchsvoll und vielschichtig. Pflegende tragen viel Verantwortung. Wie können Pflegekräfte entlastet und motiviert werden? Welche Möglichkeiten haben Pflegende Ihre Arbeitsbedingungen mitzugestalten?

An erster Stelle steht der wertschätzende Umgang, Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen jeden einzelnen Mitarbeitenden sehen und mit jedem respektvoll umgehen. Zum Zweiten müssen Organisationsprozesse stimmen und flexibel sein. An allen Klinikstandorten steht u. a. ein Pflegepool zur Verfügung. Hieraus können kurz- wie langfristig personelle Lücken kompensiert werden. Seit gut einem halben Jahr haben wir die Organisationsstruktur in der Pflege umgestellt und setzen auf flache Hierarchien. Die Pflegedienstleitungen sind verantwortlich für die Betreuung der Fachabteilungen und als  Vorgesetzte wichtige Ansprechpartner und Koordinatoren für die Pflegenden. Die künftige Weiterentwicklung unserer Stationsleitungen beinhaltet die Übernahme von mehr Verantwortung für die Arbeitsprozesse und Entscheidungen direkt vor Ort. Dies bringt mehr Handlungsfreiheit und ermöglicht, sich aktiv an der gesamten Unternehmensentwicklung zu beteiligen, Arbeitsbedingungen mitzugestalten. Die Themen werden so letztlich von der Basis her weiterentwickelt. Aktuell befassen wir uns mit einem neuen Konzept zum Ausfallmanagement.

Wie sieht Pflege in der Zukunft aus?

Pflege wird sich immer weiter spezialisieren. Durch die schnelle Entwicklung in der Medizin, müssen sich die Fachkräfte auf lebenslanges Lernen einstellen. Verbesserungspotential gibt es eindeutig in der Weiterentwicklung der Beratungskompetenz für Patient*innen und Angehörige und der flächendeckenden Etablierung von übergreifenden Steuerungsprozessen in Form von strukturiertem Überleitungsmanagement bzw. Bezugspflegesysteme. Gleichzeitig gibt es Schicht- und Wochenendarbeit, menschliche Schicksale und körperliche Arbeit. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, diese Leistung auf viele Schultern zu verteilen. Dies bedeutet bereits heute ausreichend qualifizierte Bewerber*innen zu gewinnen. Gleichzeitig gilt es, mit zukunftsorientierten Konzepten den Beruf attraktiver zu gestalten. Beides ist uns sehr wichtig. Wir unterstützen aus diesem Grund u. a. eine hochqualifizierte Ausbildung der Pflegenden und die Umsetzung dieses Wissens in der Pflegepraxis.

Welche Perspektiven bietet die Pflege am Klinikum?

An einem Klinikum unserer Größe bietet die Vielzahl an Fachkliniken zahlreiche spannende Berufsfelder und Arbeitszeitmodelle. An vier Standorten finden sich vielfältige Einsatzgebiete, z. B. im High Care Bereich, in der Inneren Medizin, in den Chirurgischen Kliniken oder im Rehabilitationsbereich. Ein breites Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebot, angefangen in der Intensivpflege und Anästhesie, in der Geriatrie oder oder im Wundmanagement, der Stomaversorgung oder auch Aromatherapie bis hin zum Pflegestudium erlauben eine individuelle und auf die persönlichen Interessen angepasste, berufliche Entwicklung. Dies verbunden mit einer überdurchschnittlichen Vergütung nach dem Tarif, Zulagen, flachen Hierarchien und sehr individuellen und vielfältigen Arbeitszeitregelungen, die an die familiäre Situation immer wieder neu angepasst werden können. Menschen, die den Beruf heute bei uns ausüben, steht also eine Fülle an Möglichkeiten offen. Sie können sich gezielt weiterqualifizieren und Verantwortung in unserem Klinikum übernehmen. Die Pflege ist damit ein krisensicherer Arbeitsplatz.