Diabetes: „Fußretter“ rezertifiziert

Die 5. Medizinisches Klinik am Standort Neustadt/Trachau wird erneut mit dem Siegel „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ von der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgezeichnet.

Viele Patienten mit Diabetes kennen die Angst vor einer Fußamputation, weil eine Wunde am Fuß einfach nicht heilen will. Meist lässt sich dieses Schreckensszenario verhindern –wenn der Patient und das sogenannte „Diabetische Fußsyndrom“ qualifiziert, strukturiert und umfassend betreut wird. Die Arbeitsgruppe der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zeichnet Einrichtungen aus, die diese hohe Qualität in der Fußbehandlung bieten. Die Fußambulanz der 5. Medizinischen Klinik am Städtischen Klinikum Dresden, Standort Neustadt/Trachau hat das begehrte Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ zum wiederholten Male erhalten. „Wir freuen uns sehr über die erneute Anerkennung unserer Expertise“, sagt Prof. Dr. Tobias Lohmann, Chefarzt der Klinik, „sie ist für uns ein weiterer Ansporn, alles zu tun, damit wir unseren Patienten eine gute Lebensqualität erhalten und eine Fußamputation vermieden wird.“

Diabetes ist die Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland: Über sechs Millionen Menschen sind betroffen. Weil die Krankheit unter anderem die Blutgefäße in Mitleidenschaft zieht, haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Nierenversagen, Augenleiden, Herz-Kreislauferkrankungen oder eben das „diabetische Fußsyndrom“. Dabei führt eine eintretende Nervenschädigung zu Empfindungsstörungen die dazu führen, dass der Patient Verletzungen und Schädigungen am Fuß nicht rechtzeitig und nicht hinreichend störend wahrnimmt. Fehlende Schutzfunktionen, schlechtere Infektabwehr sowie wie in vielen Fällen eine zusätzliche Durchblutungsstörung führen zu einer schlechteren Wundheilung. So verschlimmern sich Wunden weiter – bis schließlich (Teil-)Amputation unumgänglich werden können. 70 % aller Amputationen in Deutschland betreffen Menschen mit Diabetes.

In der Fußambulanz am Städtischen Klinikum Dresden will man dazu beitragen, dass es gar nicht erst so weit kommt. Dafür wurde das Zertifizierungsverfahren eingeführt, bei dem die Vorhaltung und Qualifikation von Ausstattung und Personal der Behandlungseinrichtung ebenso überprüft werden, wie deren Behandlungsergebnisse. „Wichtig ist, dass bereits kleinste Wunden schnell bemerkt und optimal behandelt werden“, sagt Oberarzt Dr. Andreas Kirsten, der die Fußambulanz fachlich leitet, „denn dann können Verschlimmerungen vermieden und der Fuß in vielen Fällen erhalten werden.“ Sind Gefäße verengt oder verschlossen, können sie häufig mit einem Ballon wieder erfolgreich erweitert oder die Durchblutung des Fußes durch Anlage eines Bypasses wiederhergestellt werden. Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Fußbehandlung ist die abgestimmte Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams, einschließlich Podologen und Orthopädieschuhmachermeistern. Spezielle Schuhe, Einlagen oder sogenannte Orthesen unterstützen die erforderliche Entlastung, ohne die Fußwunden oft nicht abheilen. Im Bedarfsfall werden stets auch ärztliche Vertreter anderer Fachgebiete mit hinzugezogen.