Fit für den Ernstfall

16. September 2017

Klinikum trainiert die medizinische Versorgung beim Massenanfall von Verletzten gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst.

Fünf schwerverletzte Patienten treffen an diesem Samstag zeitgleich in der Zentralen Notaufnahme des Städtischen Klinikums Dresden am Standort Friedrichstadt ein. Das Klinikum arbeitet nach dem Notfallplan für MANV – einem sogenannten Massenanfall von Verletzen – der im Krisenfall das Zusammenwirken von Rettungskräften, Notfallmedizin und den unterschiedlichen Fachbereichen koordiniert. Es ist kein Ernstfall. Das Klinikum beteiligt sich an der Notfallübung des Dresdner Flughafens. Trainiert wird an diesem Tag auch die sogenannte Triage. Dies bedeutet rasch die Schwere von Verletzungen einzuschätzen, Patienten entsprechend zu versorgen und auf die verschiedenen Behandlungsteams zu verteilen.

Simulation des Notfalls
Unter Verwendung von Knetmasse und viel rotem Farbstoff werden die Verletzungen täuschend echt präpariert. Der Einsatz wurde gemeinsam mit dem Flughafen, dem Rettungsdienst und der Feuerwehr so realistisch wie möglich vorbereitet, so dass die Übung authentisch ablaufen kann:

Mehrere Rettungswagen fahren vor der Zentralen Notaufnahme zeitgleich vor. Der Rettungsdienst übergibt fünf fiktive Patienten - zwei schwerstverletzte und drei schwerverletzte  - an das Ärzteteam der Klinik. Jetzt muss jeder Griff sitzen, die Absprachen im Team müssen klar und deutlich geäußert werden. Im Hintergrund wird weiteres Personal aus dem Frei alarmiert: OP-Personal, Unfallchirurgen, Anästhesisten.

 

Herausforderungen im Ernstfall?
„Ärzte und Pfleger des Städtischen Klinikums Dresden sind mit einem Szenario konfrontiert bei dem akut lebensbedrohliche Verletzungen rasch erkannt und behandelt werden müssen“, informiert Dr. Thomas Hohaus, Leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahmen am Städtischen Klinikum Dresden in Friedrichstadt. „Mehrere Patienten bei begrenzten Ressourcen entsprechend der Schwere ihrer Verletzungen rechtzeitig zu versorgen. Hierzu gehört es z. B. Blutungen zu stillen, die Atmung sicherzustellen, lebensbedrohliche Kopfverletzungen zu erkennen. Die Ärzte und Pflegenden in der Notaufnahme und den nachfolgenden Bereichen wie OP oder Intensivstation sind in der heutigen Trainingssituationen wie auch im Ernstfall immer wieder aufs Neue gefordert und müssen sich spontan auf unvorhergesehene Zwischenfälle einstellen“, erklärt der Notfallmediziner.

 

Ziel der Übung
Ziel ist es einerseits, die koordinierte Übernahme und Übergabe mehrerer schwerverletzter Patienten vom Rettungsdienst an die Klinik zu trainieren – einen sogenannten Massenanfall von Verletzten. Anderseits gilt es die klinikinterne Organisation des Notfallmanagements daraufhin auf den Prüfstand zu stellen. Dabei wird auch die Kommunikation untereinander geschult.

Rund 40 Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Dresden diagnostizieren und behandeln die als schwerst- und schwerverletzt geschminkten Patienten oder koordinieren den Einsatz während der rund zweistündigen Übung. Die Simulation am Klinikum ist der Teil der Notfallübung am Dresdner Flughafen.

Ein erstes Fazit
Notärzte, Rettungsdienst und Beobachter zeigten sich mit dem Übungsverlauf insbesondere mit der professionellen Versorgung der fiktiven Patienten zufrieden.