Zögerlicher Sanierungsfortschritt und hohe Kosten belasten das Ergebnis 2017

08. Februar 2018

Das Städtische Klinikum Dresden beendet das Geschäftsjahr 2017 nach aktuellem Stand mit einem Minus von 2,7 Millionen Euro. Die Gründe dafür sind vielfältig.

„Es ist festzustellen, dass der bereits Mitte 2016 aufgestellte Wirtschaftsplan für das Jahr 2017 nicht in allen Punkten realisiert werden konnte. Vor allem die Einnahmen aus Leistungen im stationären Bereich blieben hinter den Erwartungen zurück. Es wurden weniger Patienten behandelt als geplant“, erklärt der Kaufmännische Direktor Jürgen Richter.

Wesentlich haben die durch Baumaßnahmen eingeschränkten Kapazitäten zu diesem Ergebnis beigetragen. Eine leitende Stelle konnte nicht besetzt werden. Zudem fiel der fusionsbedingte Umstellungsaufwand höher aus als ursprünglich angenommen. Zwar gelang es die Sachkosten zu reduzieren, im Gegenzug waren jedoch auch höhere Personalkosten zu verbuchen. Beispielsweise profitieren deutlich mehr Beschäftigte von der neuen Entgeltordnung des TVöD, so dass diese Stellen im Jahr 2017 höher zu gruppieren waren. Der Jahresetat des Städtischen Klinikums Dresden belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf über 289,6 Millionen Euro. Davon machen Personalkosten allein rund 67 Prozent aus.

Der Dresdner Stadtrat hat mit seinem Fusionsbeschluss ein deutliches Zeichen für eine breite, leistungsfähige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Dresdnerinnen und Dresdner gesetzt. Diesem Auftrag folgend wurde im Jahr 2017 das medizinische Leistungsangebot ausgebaut: So gibt es beispielsweise neue Diagnostikverfahren zur Früherkennung von Prostatakrebs und moderne therapeutische Möglichkeiten bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Klinikum bietet modernste Therapien in Zentren mit hochspezialisierten Experten. Beleg für die kontinuierlich hochwertige Medizin sind zahlreiche Auszeichnungen und Zertifikate der medizinischen Fachgesellschaften im Jahr 2017.

Das Direktorium des Städtischen Klinikums wird den Wirtschaftsplan 2018 anhand des vorläufigen Jahresergebnisses 2017 analysieren und erforderlichenfalls justieren. Ein Augenmerk wird auf Gebäudesubstanz und Infrastruktur liegen. Beispielsweise wird im Juni 2018 das Haus N der Nutzung übergeben. Eine aktuelle Bestandsaufnahme hat gezeigt, dass der investive Bedarf des Städtischen Klinikums rund 93 Millionen Euro beträgt. Insofern wird der Dialog mit dem Freistaat Sachsen fortgeführt, der für die Investitionsfinanzierung in Krankenhäusern verantwortlich ist. Angesichts der Neuregelung des Länderfinanzausgleichs dürften dem Freistaat mehr Mittel für die Krankenhausfinanzierung zur Verfügung stehen. Diesen Spielraum gilt es zu nutzen.