Medizinische Berufsfachschule

Aktuelles / MTA

Wieder Exkursion des zweiten Ausbildungsjahres Radiologieassistenz in das Schülerlabor des HZDR

Am 31.05.2017 unternahm das zweite Ausbildungsjahr angehender wieder eine Tages-Exkursion in das Schülerlabor DeltaX des Helmholtzzentrums Dresden - Rossendorf (HZDR). Dieses Mal zum Thema Radioaktivität. Kenntnisse über Arten und Wirkung radioaktiver Strahlung sind unerlässlich für Radiologieassistenten. Diese werden insbesondere in den Bereichen Strahlentherapie und Nuklearmedizin benötigt.

Vor Ort wurde an zwei Stationen experimentiert. Zunächst haben wir in Sachen Umweltradioaktivität festgestellt, dass uns radioaktive Strahlung praktisch immer umgibt. So sind wir der sog. terrestrischen Strahlung ausgesetzt. Sie beträgt für jede Person durchschnittlich 0,4 Millisiervert pro Jahr (mSv/a). Zusammen mit Strahlung, die über Nahrung und Luft aufgenommen wird sowie mit Belastungen, die aus medizinischen Anwendungen und weiteren resultieren und natürlich auch aufgrund kosmischer Strahlung in großen Höhen, ist jeder Deutsche pro Jahr einer Belastung von 3 bis 4 mSv ausgesetzt. Die eigene jährliche Strahlenbelastung kann man mit folgendem Programm berechnen: http://www.kernenergie.de/kernenergie/service/dosisrechner/

Die Strahlung (Aktivität) verschiedener Umweltproben haben wir messen dürfen. Solche Proben waren Alltagsgegenstände wie Quarzwecker, Gesteinsproben wir Uranerz, Lebensmittel und auch das Filtrat der Raumluft.

Messung der Strahlung

Messung der Strahlung (Aktivität) verschiedener Umweltproben

Gesteinsproben

Entscheidend über die Gefährlichkeit radioaktiver Strahlung ist jedoch nicht die Aktivität (Anzahl radioaktiver Zerfälle pro Zeit), sondern die sog. Strahlendosis in Gray (Gy = J/kg) Sie gibt an, wie hoch der Energieeintrag pro Masse ist. Dies ist auch abhängig von der Strahlungsart. Radioaktive Strahlung hat aber nicht nur unerwünschte Effekte. Gerade in der Strahlentherapie nutzt man die "Gefährlichkeit" der Strahlung, um krankhaftes Gewebe mindestens zu verringern. Mittels genauer Bestrahlungsplanung wird erreicht, dass das umliegende Normalgewebe weitgehend geschont wird. Siehe auch https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/strahlentherapie.pho

Nuklidarten

Nuklidarten, Zerfallsdaten und das Periodensystem der Elemente liefern Informationen über radioaktive Quellen, die später für Experimente genutzt werden...

In einem zweiten Experimentierteil wurden Eigenschaften ionisierender (=radioaktiver) Strahlung untersucht. Nicht nur die Strahlungsart, sondern auch der Abstand von der Strahlungsquelle ist dabei von Bedeutung. Das Abstands-Quadrat-Gesetz sagt aus, dass die Impulsrate bzw. Dosis mit größer werdendem Abstand von der Strahlenquelle geringer wird, und zwar jeweils in einem quadratischen Zusammenhang. Wird der Abstand z. B. verdoppelt, so verringert sich die Dosis auf ein Viertel, bei verdreifachtem Abstand auf ein Neuntel usw. Diese Gesetzmäßigkeit zu kennen ist wichtig für Personen, die in ihrem Beruf mit radioaktiver Strahlung konfrontiert sind (ca. 400.000 in Deutschland), so auch medizinisch-technische Radiologieassistenten. Katharina Koepp-Klausch, Lehrerin für Physik

Abstands-Quadrat-Gesetz

Untersuchung des Abstands-Quadrat-Gesetzes mit dem Geiger-Müller-Zählrohr...

Strahlungsquellen

... die dabei verwendeten Strahlungsquellen weisen Aktiviät unterhalb der Freigrenze auf und werden nur von den Betreuern des Schülerlabores gehandhabt.