Psychiatrie und Psychotherapie (Weißer Hirsch)

Station P6

Depressionsstation

Leitender Oberarzt

Dr. med. Olf Kahre

Oberarzt
Facharzt für und
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Stationsleitung Pflege

Susanne Werner

Telefon: 0351 856-6920  
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Telefon

0351 856-6920

Ausstattung

Zwei- und Drei-Bettzimmer

Besuchszeiten

täglich 14:30 bis 17:30 Uhr

Lage

Haus 2, 1. Etage


Kurzvorstellung

Depressive Störungen sind psychische Erkrankungen, die ausgesprochen oft auftreten. Sie zählen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. 10 bis 20 Prozent der Menschen entwickeln im Verlauf ihres Lebens eine Depression, bei der Hälfte der Fälle sind diese schwer ausgeprägt.

Grundsätzlich sind Depressionen gut behandelbar. Ziel der Behandlung ist eine möglichst rasche und vollständige Rückbildung der depressiven Symptomatik. In 15 bis 30 Prozent der Fälle gelingt dies erst nach mehreren unterschiedlichen Behandlungsversuchen. Man spricht dann von sogenannten therapieresistenten Depressionen. Der Schweregrad der Therapieresistenz bemisst sich nach der Anzahl der notwendigen Behandlungsversuche. Von einer chronischen Depression spricht man, wenn die Beschwerden länger als zwei Jahre anhalten. Bei etwa 20 Prozent der an einer Depression Erkrankten tritt eine Chronifizierung ein. Häufig treten ein chronischer Verlauf und eine Therapieresistenz gemeinsam auf.

 

In einer ersten, der Diagnostikphase, wollen wir Klarheit über die Entstehungsbedingungen der Depression gewinnen – seien es Schicksalsschläge, lang andauernder Stress, Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung mit anderen Menschen oder eine biologische Veranlagung. Zumeist handelt es sich um ein Bündel an Ursachen. In einem nächsten Schritt erfolgt eine genaue Analyse der bisherigen Behandlungen (Psychopharmaka, , andere Therapieverfahren). Anhand dieser Informationen und gewonnenen Erkenntnisse zum Krankheits- und Behandlungsverlauf wird ein Therapieplan erstellt. Die Vorstellungen des Patienten zur Behandlung werden nach Möglichkeit mit einbezogen.

Behandlungsziele

  • Aktivieren von Ressourcen, das heißt Selbstheilungskräfte mobilisieren
  • Entlastung von emotionalem Stress und psychosozialen Problemen
  • Tagesstrukturierung
  • Aufklärung über depressionsauslösende und -aufrechterhaltende Faktoren sowie über Wirksamkeit und Risiken der Behandlungsmethoden
  • nachhaltige Besserung der depressiven Beschwerden
  • Rückfallverhütung, Etablierung von Maßnahmen zur Nachsorge


Behandlungsangebote

Unsere Therapien beruhen auf wissenschaftlich begründeten Methoden. Die Behandlung erfolgt in der Regel multimodal und fachübergreifend. Für jeden Patienten wird ein Basisbehandlungsprogramm (Therapieplan der Depressionsstation) festgelegt. Hierzu gehören zum Beispiel Frühsport, , Entspannungsverfahren, Psychoedukation, Musik- und Maltherapie. Die eigentlichen Schwerpunktbehandlungen (Psychopharmakotherapie, und andere Methoden) erfolgen in Abhängigkeit von den Erfordernissen, die sich aus dem individuellen Krankheits- und Behandlungsverlauf ergeben.

Zur Bestimmung des Depressionsschweregrads erfolgt einmal pro Woche eine standardisierte Einschätzung mittels Fragebögen.

 

  • Die Psychotherapieverfahren sind auf die Depressionsbehandlung zugeschnitten. Neben problem- und konfliktzentrierten und kognitiv verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Einzelgesprächen bieten wir für chronischen Depressionen (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy), eine spezielle in Form einer Gruppentherapie, an. Die Eignung für die -Therapie wird im Rahmen eines Screening-Verfahrens gesondert geprüft.
  • Bei der medikamentösen Behandlung finden alle üblichen modernen Antidepressiva Verwendung. Im Rahmen eines Stufenplans bieten wir desweiteren Einstellungen auf Lithium, MAO-Hemmer (Tranylcypromin) und Ketamin-Infusionen an. Um eine bestmögliche Verträglichkeit und Sicherheit zu gewährleisten, gehören Spiegelbestimmungen der verordneten Medikamente (Therapeutisches Drugmonitoring| TDM), zum Behandlungsstandard.
  • Von den physikalischen Verfahren gehören die Licht- und Wachtherapie zum üblichen Behandlungsrepertoire. In besonders schweren Fällen haben wir die Möglichkeit, eine Elektroheilkrampfbehandlung (EKT) durchzuführen. Wir verfügen diesbezüglich über umfangreiche und gute Behandlungserfahrungen.
  • Als Reserveverfahren können wir nach entsprechender Indikationsstellung eine Implantation eines Vagusnervstimulators (VNS) ermöglichen.

Hinzu kommen:

  • Indikative Gruppenangebote (Streßregulation, Achtsamkeit, Schlaf, soziales Kompetenztraining u.a.)
  • Angehörigengespräche
  • Sozialberatung
  • Alltagspraktisches Training (Kochgruppe, Gemeinschaftsspaziergänge)
  • Ernährungsberatung
  • Physiotherapie


Behandlungsvoraussetzungen und -organisation

Wir können zehn Betten auf einer offen geführten Spezialstation anbieten. Die Reihenfolge der Aufnahmen wird über eine Warteliste geregelt. Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel mindestens sechs Wochen. Schwerpunktangebote beziehen sich auf diejenigen Patienten, die bereits längere Zeit depressiv sind und bei denen bisherige Behandlungsversuche noch zu keiner durchgreifenden Besserung geführt haben.

Wir behandeln Frauen und Männer ab einem Alter von 18 Jahren. Eine akute suizidale Gefährdung darf nicht vorliegen.

Die Kosten der Behandlung werden von der jeweiligen Krankenkasse übernommen, wenn ein entsprechender Einweisungsschein vorliegt.

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Vorgehen bei stationärer Aufnahme!


Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung wird gewährleistet durch:

  • Teambesprechungen, Ober -und Chefarztvisiten
  • Supervisionen und Intervisionen, Klausurtage
  • Abschlußbefragungen der Patienten
  • Qualifizierung der Mitarbeiter
  • Mitarbeit in Qualitätszirkeln


weitere Ansprechpartner:

Stationsarzt
Telefon: 0351 856-6921

Psychologe/ -in
Telefon: 0351 856-6925

Sozialarbeiterin
Telefon: 0351 856-6973

 

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